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F├╝r meine geliebte Ute

Diese Kerze brennt f├╝r meinen Schatz
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Patenkind in Bangladesh

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Albert┬┤s Rede

Abt Albert Thomas D├Âlken O. Praem. hat die Messe zu Ute┬┤s Beisetzung am 12.03.2015
in der Pr├Ąmonstratenser-Abtei Sankt Johann in Duisburg-Hamborn gelesen.

Lieber Hans-J├Ârg, liebe Angeh├Ârige, Freunde und Bekannte der Verstorbenen, liebe Trauergemeinde,
liebe Schwestern und Br├╝der im auferstandenen Herrn!

Es mag verwundern, dass wir f├╝r diesen Gottesdienst und die Stunde des Abschiednehmens von
Ute Gehring ausgerechnet das Evangelium von der Hochzeit zu Kana ausgew├Ąhlt haben.

Hans-J├Ârg und mich verwundert es nicht, denn wir sind im Gespr├Ąch ├╝ber das Leben der Verstorbenen
auf diesen Text gekommen. Mit dem Tod von Ute Gehring geht nicht allein ihr Leben zu Ende. Es endet
f├╝r sie und f├╝r Dich, lieber Hans-J├Ârg die wahrscheinlich beste und gro├čartigste Phase Eurer beider
Leben. Ihr habt Euer Kennenlernen und Eure Partnerschaft und Ehe als einen wirklichen Gl├╝cksfall
gesehen, Gl├╝ck im doppelten Sinne des Wortes.

Entschuldige, wenn ich das sage: an Deiner Lebenszeit gemessen, habt Ihr Euch sp├Ąt gefunden.
Pater Patrick, der durch seine schwere Krankheit heute nicht hier sein kann, hat durch die Jahre hindurch
so einige ├ťberlegungen angestellt, mit wem er Dich besser bekannt machen k├Ânnte. Und ich erinnere
mich an den Tag, an dem er freudestrahlend verk├╝ndete, Du habest jetzt eine wirklich nette Frau
gefunden, ganz ohne sein Zutun. Er durfte Euch dann den Verlobungssegen spenden.
Ich darf einige Zeilen aus Eurem Lieblingslied mit dem Titel ÔÇ×Komet“ lesen:

Die Zeit steht still, wenn Du's willst.
Vertreibst dumpfe Gedanken.
Heile Welt, unverf├Ąlscht,
Bringst die Erde ins Wanken
Hab┬┤ auf dich sehns├╝chtig gewartet.

Augenglanz, unverwandt.
H├Ąrteste Herzen erweichen
So was wie Dich nenn┬┤ ich Gl├╝ck.

├ťber das junge Leben, die fr├╝hen Jahre Deiner sp├Ąteren Frau Ute, die Zeit bevor Ihr Euch begegnet
seid, kann man vielleicht den Satz schreiben: ÔÇ×Das Gl├╝ck der Erde liegt auf dem R├╝cken der Pferde!“
– Nat├╝rlich ist damit nur e i n e Passion Deiner Frau benannt, aber doch ein Gl├╝ck und eine Sehnsucht,
die sie zeitlebens begleiteten. Sie liebte diese faszinierenden Tiere. Und wenn ihre Krankheit es ihr
nicht versagt h├Ątte, so w├Ąre sie sicher oftmals noch auf dem R├╝cken eines Pferdes gesessen.

Mich versetzt die Vorstellung, auf einem Pferd sitzen zu m├╝ssen eher in eine nicht von mir zu
leugnende Sorge und Nervosit├Ąt. – Ute Gehring liebte Pferde und hatte Vertrauen zu ihnen. Und man
sagt ja, dass die Tiere umgekehrt das auch sp├╝ren und auf ihre Weise honorieren. Sicher hat das auch
etwas mit Grundvertrauen, mit Urvertrauen zu tun. Und das nimmt auch den Kreaturen Gottes alles
Bedrohliche.

Verwegen in mein Leben gestartet,
Mit bedingungslosem Urvertraun.
Dich ganz unversch├Ąmt in meine Hand gegeben:
Hier bin ich, jetzt kommst du.
Du hast mich so gewollt.
Jetzt sieh zu, was du mit mir tust.

Ich mache Dir das Leben zum Himmel,
Halte Dir die Schatten vom Leib.
Werd die Sterne polieren,
Dreh die Welt nur um Dich.
Werd Dich nie aus meinen Augen verliern.

Die gemeinsamen Jahre waren f├╝r Euch Beide Hoch-Zeiten. Ihr habt Euch einander angetraut und
anvertraut, voll und ganz in dem Wissen, dass die Krankheit Deiner Frau das Leben nicht leichter
machen w├╝rde. F├╝r die allermeisten Menschen ist der Hochzeitstag das h├Âchste Fest, das sie in ihrem
Leben jemals feiern werden. Da h├Ąngt der Himmel voller Geigen, wie man so sch├Ân sagt. Man verspricht
einander Liebe und Treue, ganz aus dem Hochgef├╝hl der Liebe heraus. - Ihr wusstet vom ersten Tag an,
dass die Lebenskr├╝ge zu einem guten Teil mit Wasser gef├╝llt sind, und der gute Wein Eurem Zugriff
entzogen sein w├╝rde.

Lieber Hans-J├Ârg, Du hast Deine Frau Ute als einen offenen, sympathischen Menschen geschildert,
eine Frau, die positiv gedacht hat, trotz aller k├Ârperlichen Einschr├Ąnkungen. Das mag seine Ursache
in einem Grundvertrauen gehabt haben, in Zuversicht und einem stets in die Zukunft, einem nach
vorne gerichteten Blick. Aber diese innere Gelassenheit ist auch eine Frucht der Liebe unter den
Menschen, auch der Liebe zweier Eheleute.

Wenn Trauerwolken Dich bedroh┬┤n,
Schieb┬┤ ich sie beiseite
Geh┬┤ jeden schweren Schritt mit Dir.
Werd┬┤ Dich immer begleiten.
Wisch┬┤ Staub auf Deiner Seele

Will Dich nur, sorglos pur.
W├╝nsche Dir Hochgef├╝hle.
Streng mich an, tu was ich kann.
Darfst Dein Lachen nie verlieren.
Nur himmelhoch jauchzend - niemals betr├╝bt.

Ich mache Dir das Leben zum Himmel.
Halte Dir die Schatten vom Leib.
Werd┬┤ die Sterne polieren.
Dreh die Welt nur um Dich.
Werd┬┤ Dich nie aus meinen Augen verliern.

Werde Dich so gut ich kann ein Leben lang beh├╝ten.
W├╝rde Dir, w├╝├čt ich wo, daf├╝r einen Schutzengel mieten.
Lasse Dir so viele Kometen fallen, wie du willst,
Damit sich jeder Wunsch von Dir erf├╝llt.

Ute Gehring war ein fr├Âhlicher Mensch. Auch das mag so manchen verwundert haben. Dagegen
sprechen doch all die Einschr├Ąnkungen, die Krankheit und am Ende der fr├╝he Tod. Nun, wir k├Ânnen
Gott nicht in die Karten schauen. Und es regt sich in uns klarer Weise auch innerer Protest gegen
alle Erfahrung von Einschr├Ąnkung, Leid und Tod. Warum uns Menschen das auferlegt ist, und dazu
noch sehr unterschiedlich verteilt, das wissen wir nicht. Aber wir k├Ânnen durchaus erahnen, welche
Menschen auf die endg├╝ltige Begegnung mit Gott vorbereitet sind und welche eher nicht.
Der Hl. Augustinus hat einmal gesagt: ÔÇ×Mensch, lerne zu tanzen! Sonst werden die Engel im Himmel
mit Dir nichts anzufangen wissen!“ Das d├╝rfen wir sehr umfassend und w├Ârtlich wie auch bildlich
deuten und verstehen: Wenn Bitterkeit, Entt├Ąuschung, Missgunst und Zorn unser Herz schwer machen,
dann sind wir sicherlich noch nicht bereit. Wer aber gelassen, fr├Âhlich, menschenfreundlich im
Innersten seiner Seele und in seinem ├Ąu├čeren Sprechen und Tun ist, der ist sozusagen schon fast
eine reife Frucht. Und das Interessante daran ist auch, dass dann der Glaube an Gott und ein ewiges
Leben nichts Schweres mehr ist sondern geradezu fast selbstverst├Ąndlich. Aus dem Grundvertrauen
und der Erfahrung des Liebens und Geliebt-Werdens, des Liebe-Schenkens erw├Ąchst folgerichtig der
Glaube an den guten und liebenden Gott, der es mit uns ganz einfach nur gut meinen kann, was
immer auch geschieht und dem wir deshalb gerne vertrauen.

Ihr Beide habt ihm geglaubt und glaubt ihm, und an das ewige Leben bei ihm.

Ich mache Dir das Leben zum Himmel.
Halte Dir die Schatten vom Leib.
Werd┬┤ die Sterne polieren.
Dreh die Welt nur um Dich.
Werd┬┤ Dich nie aus meinen Augen verliern.

Verwegen in mein Leben gestartet.
Mit bedingungslosem Urvertraun.
Dich ganz unversch├Ąmt in meine Hand gegeben,
Egal was passiert.
Kann alles noch nicht fassen.
Bin noch v├Âllig irritiert.

Mehrfach habe ich aus dem Lied von Herbert Gr├Ânemeyer zitiert. Es liest sich als ein Gedicht,
ein Lied unter Liebenden. Ein Lied, das Dir und Deiner Frau viel bedeutet. Am heutigen Tag kommen
mir mehr und mehr Zeilen als nun von Christus zu sprechende in den Sinn. Am Anfang seines irdischen
Wirkens war Jesus bei der Hochzeit zu Kana. Und er hat die Wasserkr├╝ge des Lebens mit dem
allerbesten Wein gef├╝llt. Ja, er hat das Wasser in den besten Wein gewandelt. Wenn wir gleich die
Hl. Messe f├╝r Ute Gehring feiern, dann tun wir das in dem Vertrauen, dass Jesus sie zum ewigen
Hochzeitsmahl f├╝hrt und Ihr Beide und alle dort einander wiedergeschenkt werden, im Haus des
Vaters, in dem viele Wohnungen sind und in das Jesus uns vorausgegangen ist, um uns einen Platz
zu bereiten und uns eines Tages dorthin heim zu holen, damit wir bei ihm und beieinander sein d├╝rfen.

Ich mache Dir das Leben zum Himmel.
Halte Dir die Schatten vom Leib.
Werd┬┤ die Sterne polieren.
Dreh┬┤ die Welt nur um Dich.
Werd┬┤ Dich nie aus meinen Augen verlier┬┤n.

Amen.